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Volker Lenkeit

„Bilderrätsel – Rätselbilder” – Malerei und Grafik

Lenkeit: Kronos

Volker Lenkeit: Kronos

Als mich Volker am letzten Samstag anrief, ob ich zu seiner Ausstellungseröffnung reden würde, sagte ich zu ihm, vielleicht würde er noch jemand finden, der so etwas besser könne. Der Grund, es doch selbst zu tun, ist vielleicht, dass so mehr Fakten als Mutmaßungen zur Sprache kommen.

Den Stoff sieht jedermann vor sich, den Gehalt nur der, der etwas hinzuzutun hat und die Form ist ein Geheimnis den meisten …, sagt Goethe in seinen Schriften zur Kunst.

Volker Lenkeit wurde 1959 in Dresden geboren. Er studierte 1982 bis 1987 bei Ursula Rodetzko und Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden und ist seit 1987 freischaffend als Maler, Grafiker und Aktionskünstler. Er hatte seitdem Ausstellungen im In- und Ausland und Musikperformances mit der Gruppe Ru-In u.a. in Bogota, Dessau, Dresden, München, Quito, Stuttgart und Weimar – und heute hier in Leipzig. Volker ist Gründungsmitglied des Kulturvereins Alte Feuerwache Loschwitz e.V. und lehrt die Technik der Lithographie, wie auch gerade eben bei einem Symposium in Marcilac su Célé.

Ich habe Volker Lenkeit persönlich kennen gelernt, als wir beide 1995 eingeladen waren zur 3. Dresdner Förderwerkstatt Druckgrafik. Seinen Namen kannte ich schon vorher von Arbeiten, die ich in Ausstellungen gesehen hatte. 2002 waren wir gemeinsam für sechs Wochen in Cleveland/Ohio. Während dieses Stipendiums der Stadt Dresden arbeiteten wir in der Druckwerkstatt Zygote Press und besuchten New York, Columbus und Pittsburgh.

„Bilderrätsel – Rätselbilder” der Titel dieser Ausstellung ist gleichzeitig der Titel einer 10-teiligen Serie von Lithographien. Am Montag sagte Volker mir dazu: „Vielleicht sollte um diese Drucke herum, die an Illustrationen erinnern, ein Buch geschrieben werden.” Ich möchte dies hier weitergeben an die schreibende Zunft!

Ich denke, an dieser Serie lässt sich gut eine Arbeitsmethode von Volker erklären: Er benutzt hier Gummistempel aus dem Biologie- und Heimatkundeunterricht vergangener Zeiten und druckt diese Motive auf dem Sohlenhofener Kalkschiefer ab und kombiniert, variiert und kommt so zu ganz eigenen Ergebnissen. Er sagt: „Ich will Spaß haben am Machen. Das ist mir wichtiger als ein vordergründiger Wiedererkennungseffekt, der ja schon mal mit einer Handschrift verwechselt wird.”

Sein vierteiliges Tafelbild „Kronos” benutzt Zitate der Werbung einer Florena-Rasiercreme, einer Zappaplatte, bezieht sich aber auch bewusst auf Goyas „Ein wildes Ungeheuer verschlingt einen Menschen” (Wandgemälde aus der Quinta del sordo im Prado/Madrid). Wenn wir aber genau hinschauen, verkehrt sich hier die Goya Thematik: Der Kleine frisst den Großen. Übrigens Mehrdeutigkeiten sind laut Künstler erwünscht. Hier benutzt Volker Lenkeit die Dekorationswalze der Anstreicher, um den Raster- oder Pixeleffekt einer Computerästhetik hand gemacht auf die Leinwand zu bringen.

Lenkeit: Hier eindrücken

Volker Lenkeit: Hier eindrücken

„Die Vertreibung des Alois Senefelder aus dem Paradies”, hier zu sehen als gedruckte Variante auf einem Damast, ist entstanden als 6-teilige Grafikfolge, mit den Einzeltiteln „Der Mädchenkenner”, „Garten”, „Part 4”, „Er” und „raus”. Volker zitiert in diesen Arbeiten aus dem Handbuch für Lithographie, der so genannten Senefelder-Bibel. Es lohn sich, genauer und länger hinzusehen.

Ganz druckfrisch und zwar gerade in Frankreich entstanden, sind zwei Arbeiten: „Yes I can” und „Darwin für Gillian”. Volker druckte für eine britische Künstlerin und fragte sie, ob er ihren Stein weiterbearbeiten könnte. So sind diese beiden entstanden.

Volker Lenkeit liebt Schablonen, Signets, Stempel und andere Kunst, um diese in der Form zu verändern und so entsteht ein völlig neuer Inhalt. Er sieht sich in der Tradition des Dada- und Surrealismus.

Also immer schön an der Form arbeiten oder wie sagte einer unserer gemeinsamen Lehrer: „Machen, machen, machen!” und für Sie „Schauen!” und „Kaufen!”.

Text: Jean Kirsten (Dresden)


Volker Lenkeit

1959 in Dresden geboren
1982–87 Studium an der HfBK Dresden Fach Malerei / Graphik bei H. Giebe, J. Heisig, Prof. G. Kettner, U. Rzodetczko
Diplom zum Thema Tanz (Lithographie)
seit 1987 freischaffend in Dresden

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